Braunbären sind im Allgemeinen Einzelgänger, die nur zur Paarung für kurze Zeit einen Partner suchen.

In freier Wildbahn verbringen die Allesfresser bis zu 16 Stunden täglich mit der Nahrungssuche und streifen durch feste Reviere.  

Der Nachwuchs kommt meist im Winter (Dezember, Januar) zur Welt; ein Wurf umfasst gewöhnlich ein bis drei Junge. Zwei bis drei Jahre nach der Geburt lockert sich die Mutter-Kind-Beziehung, und das Weibchen ist für den Partner zur Fortpflanzung wieder attraktiv. Das Längenwachstum junger Bären ist mit rund sechs Jahren, das Breitenwachstum mit acht Jahren abgeschlossen.  

Um in der kalten Jahreszeit die Winterruhe antreten zu können, reduziert der Braunbär seinen Energieverbrauch und legt isolierende Fettreserven an. Die Körpertemperatur sinkt um circa fünf Grad und das Herz schlägt statt 40-mal nur noch achtmal pro Minute. 

Bestand

Trotz ihrer enormen Größe und Kraft haben Braunbären in der heutigen süd- und westeuropäischen Landschaft kaum noch einen Platz zum Überleben in der freien Natur. Heute finden Bären in den Alpen wieder bessere Lebensbedingungen.  

Natürliche Feinde haben sie zwar nicht, aber schon im 18. und 19. Jahrhundert wurden die Bestände durch die Jagd und später dann durch die Zerstörung der Lebensräume extrem dezimiert. Durch die starke Zersiedelung der Landschaft, die Rodung von Wäldern und den Bau von immer mehr Straßen sind die Bären in ihren Wanderbewegungen auf der Suche nach Nahrung oder einer Partnerin stark eingeschränkt worden, was nach und nach fast zum Verschwinden der gesamten Population in diesen Regionen geführt hat

Braunbären in Österreich

Der letzte frei lebende Bär in Österreich wurde 1842 erlegt, was damals noch Anlass für ein großes Fest war. Wenig erstaunlich, wog doch der Verlust eines Stück Viehs zu dieser Zeit existenzbedrohend für einen Bauern. Diese Situation hat sich seither grundlegend verändert.  

Um 1970 wanderte ein Bär aus Slowenien oder Kroatien erstmals wieder nach Österreich ein.  

Als hauptverantwortliche Organisation begann der WWF Österreich mit der Wiederansiedelung der Braunbären in Österreich. Noch im Jahr 2006 wurde die Anzahl frei lebender Bären auf etwa 20 bis 25 geschätzt. Aber die traurige Entwicklung endete mit dem Aus der Bärenpopulation in Österreich. Lt. WWF wurde der letzte in Österreich geborene Braunbär im August 2010 zum letzten Mal in den Nördlichen Kalkalpen gesichtet.   

Die Bemühungen des WWF zum Schutz des Bären in den Alpen konzentrieren sich jetzt auf das Bärenvorkommen in Kärnten. Dort halten sich etwa 5-8 männliche Bären auf (Quelle: WWF Österreich).  

Da Bären sehr gut riechen und hören können, sind Nahbegegnungen ausgesprochen selten und enden in der Regel harmlos.    

Weltweit liegt der Bestand etwa bei 180.000 Tieren. Die meisten davon leben in Alaska, Kanada und Russland, denn dort findet der Braunbär noch weitläufige, menschenarme Gebiete mit ausgedehnten Wäldern.