Braunbären sind Einzelgänger und streifen durch feste Reviere.

Nur in der Paarungszeit geben Bären ihr Einzelgängerdasein vorübergehend auf.

In freier Wildbahn können sie etwa 25 bis 30 Jahre alt werden.

Ernährung

Braunbären sind Allesfresser; neben Fleisch (z.B. kleine Nager, Vögel, Frösche, Schlangen), Fisch und Aas ernähren sie sich zu fast 80 Prozent durch Baumrinde, Blätter, Wurzeln, Pilze, Nüsse, Früchte und Beeren.

Ein seltener Leckerbissen, aber ganz besonders beliebt, ist Honig. Er dient u.a. der Stärkung des Immunsystems. Geschickt öffnen die Bären mit ihren großen Pranken den Bienenstock und lassen sich auch von attackierenden Bienen nicht verjagen.

Bis zu 16 Stunden verbringen Bären täglich mit der Nahrungssuche – vorzugsweise während der Dämmerung und nachts. Ihre Gangart ist eher gemütlich und langsam, allerdings können sie es bei Bedarf für kurze Zeit auch auf 50 Kilometer pro Stunde bringen. Häufig legen sie auf ihren täglichen Wanderungen Strecken von bis zu 40 Kilometern zurück.

Bären sind gute Schwimmer und durchqueren problemlos Flüsse. Hier beweisen sie sich zudem noch als geschickte Fischfänger, indem sie die Beute mit einem Prankenschlag aus dem Wasser schleudern, fangen und verzehren.

Kommunikation - Laut & Leise

Da Bären Einzelgänger sind und nicht in einem Sozialverband leben, sind ihre Lautäußerungen zur Verständigung kaum ausgebildet.

Jungtiere brummen beim Trinken und quieken und knurren beim Herumtollen. Wenn die Bärenmutter die Bärenkinder nach der Aufzuchtphase verjagt, tut sie das ebenfalls durch Knurren oder "Bellen".

Erwachsene Tiere beeindrucken den Gegner in Kampfsituationen durch ein furchterregendes Brüllen.

Paarung und Nachwuchs

Im Mai und Juni beginnt die Paarungszeit, und die Bären geben in dieser Zeit ihr Einzelgängerdasein auf.  

Hat ein Männchen eine passende Partnerin gefunden, so ist für ihn zunächst noch Vorsicht geboten, denn er muss zuerst ihr Vertrauen gewinnen. Da muss er schon einmal einen Prankenhieb einstecken, wenn das Weibchen seine Annäherungsversuche nicht akzeptiert. Tut sie es, dann ziehen beide eine Weile gemeinsam durch das Revier bis es zur Paarung kommt. Danach trennen sich ihre Wege und beide halten Ausschau nach potentiellen neuen Partnern. So ist die Chance größer, dass es wirklich zu einer Befruchtung kommt.  

Befruchtete Eizellen nisten sich erst im Herbst in der Gebärmutter ein (vorher spricht man von Keimruhe) und entwickeln sich nur weiter, wenn die Bärin schon genug Gewicht für die Winterruhe angefressen hat. Aus diesem Grund kommen die meisten Jungtiere zur gleichen Zeit zur Welt – etwa im Februar, in der Winterhöhle. In sehr mageren Jahren können die Eizellen auch schon mal absterben, denn das Überleben der Jungen wäre nicht gewährleistet.

Der Bärennachwuchs wird nach einer Tragzeit von etwa sieben Monaten geboren. Ein Wurf besteht meist aus ein bis drei Jungtieren, die bei der Geburt nur etwa 300 - 400 Gramm wiegen und um die 30 Zentimeter groß sind. Die sehr fetthaltige Milch der Mutter lässt die Bärenjungen schnell wachsen, schon nach vier Monaten wiegen sie etwa vier bis fünf Kilogramm. Die Neugeborenen kommen nackt, blind und zahnlos auf die Welt und sind völlig auf die Mutter angewiesen. In den kommenden circa drei Jahren lernen sie von ihr alles über das Bärenleben. Neugierig erkunden sie ihre Umgebung und machen eigene Erfahrungen. Sie kehren allerdings immer zur Mutter zurück, denn diese stillt sie während der gesamten Aufzucht. Das Muttertier ist in dieser Zeit nicht bereit für neuen Nachwuchs, was paarungswillige Männchen manchmal dazu bringt, die Jungtiere zu töten, um eigenen Nachwuchs zeugen zu können.  

Nur etwa die Hälfte des Bärennachwuchses überlebt die ersten drei Jahre. Insbesondere die männlichen Nachkommen werden von der Mutter nach Ende der Aufzucht nachdrücklich vertrieben. Dies dient dem natürlichen Schutz vor Inzucht. Weibliche Nachkommen werden noch eine Weile im Revier akzeptiert.